Pressebericht: Bambus-Fahrrad

Leichte Fahrräder sind vor allem deshalb so beliebt, weil sie viel Kraft sparen. Doch wer ein solches Leichtgewicht kaufen will, steht oft vor einem persönlichen Dilemma. So gehören Aluminiumräder zwar zu den Federgewichten unter den Drahteseln, ihre Herstellung ist aber sehr energieintensiv, sodass sie für umweltbewusste Fahrradfahrer eigentlich keine Alternative darstellen. Räder mit einem Karbonrahmen sind ebenfalls sehr leicht, aber für Normalverdiener meist zu teuer.

An der Technischen Universität Berlin haben Studenten des Projekts „Grüne Uni“ ein Rad gebaut, dessen Rahmen aus Bambusrohren besteht. Insgesamt fünf Meter Bambusrohr werden dafür gebraucht, die Materialkosten liegen bei gerade einmal 25 Euro. Nur einige Teile wie Tretlager, Pedale, Vorderradgabel, Laufräder sowie der Sattel stammen von alten Rädern. Die Grasrohre sind durch ihre Hohlräume leichter als Holz, gleichzeitig aber hoch belastbar. Bambusräder wurden schon Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, die beiden Erfinder haben diese Idee aus gutem Grund wieder aufgegriffen.

Wegen seiner Fasern muss Bambus zunächst gut austrocknen und wird dann mit einer Metallsäge zugeschnitten, damit es nicht splittert. Durch Hanffasern, die mit Epoxidharz getränkt sind, werden die Einzelteile des Rahmens miteinander verbunden.

Das Harz soll künftig aus Pflanzenöl hergestellt werden und auch Fahrradgabeln und Laufräder sollen in Zukunft aus Bambus bestehen. Der wächst auch in wärmeren Gebieten Europas, sogar in Süddeutschland. So werden lange Transportwege vermieden. Statt einer Kette soll später ein Zahnriemen aus Naturkautschuk das Fahrrad antreiben. Eine Serienproduktion von teuren Design-Bambusrädern, wie es sie bereits in den USA und Dänemark gibt, planen die Studenten nicht. Ihr Ziel ist, Werkstätten in ganz Deutschland einzurichten, in denen sich jeder sein Bambusrad nach eigenen Wünschen selbst zusammen bauen kann.

Im Berliner Stadtverkehr wurden verschiedene Prototypen des Bambusrades bereits erfolgreich getestet – ohne Rahmenbruch. Bevor aber auch andere damit über die Straßen rollen, sollen weitere Tests nach TÜV-Standard die Stabilität bestätigen.

Weitere Informationen erhalten Sie von den Erfindern.

Ansprechpartner

Thomas Finger
Tel.: 0179 2408041
E-Mail: ride@berlin-bamboo-bikes.org

Quelle: http://www.mdr.de/einfach-genial/aktuell/7260723.html

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